Nachgefragt bei… Stefan Dörrstein von PROAD – Update 2022

Bereits im Jahr 2017 haben wir unsere Fragen dem Entwickler von PROAD gestellt. Nun fanden wir – und er selber auch – dass es Zeit ist für ein “Update”. Die Fragen sind geblieben, allerdings hat sich die Sicht auf manche Dinge im Laufe der Zeit geändert.

Interviewpartner

Stefan Dörrstein ist….
Gründer und Vorstandsvorsitzender der J+D Software AG.

Als Ende der 80er Jahre einer seiner Freunde über die aufwändige Rechnungsabwicklung in seiner Werbeagentur klagte, schrieb Informatikstudent Stefan Dörrstein eine passende Softwarelösung. Er bot das Tool auch anderen Agenturen an, erkannte den Bedarf und gründete auf 18 m² sein Unternehmen, die J+D Software AG. Nach und nach ergänzt durch weitere typische Agentur-Workflows entstand mit PROAD eine der ersten spezialisierten ERP-Lösungen für Agenturen in Deutschland. Heute zählt PROAD zu den beliebtesten Agentursoftware-Tools und ist bei über 1.100 Kunden weltweit im Einsatz.

Stefan Dörrstein ist seit über 30 Jahren begeisterter Unternehmer und widmet sich mit Leidenschaft gemeinsam mit seinem Team der Weiterentwicklung von PROAD. Am Wochenende ist der sportbegeisterte Workaholic auf den Lauf- und Radstrecken im Spessart anzutreffen – im Urlaub auch gerne im mediterranen Süden.

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Stefan Dörrstein, Gründer und Vorstandsvorsitzender der J+D Software AG

Interview

Ihr interessantestes Projekt?

Spontan denke ich an unseren Ansatz, das rein zahlenfokussierte Verständnis von ERP-Software zu hinterfragen: Gemeinsam mit UX-Spezialisten und Wissenschaftlern erkunden wir Möglichkeiten, wie wir die Welt der rationalen Analytik mit kreativen Impulsen anreichern und bereichern können. Ein Beispiel ist das PROAD-Dashboard „My BrainHub“, das Zahlen so verknüpft und visualisiert, dass auch die rechte Gehirnhälfte angesprochen wird – also Fähigkeiten rund um Neugier, Intuition und Emotion. Diesen völlig neuen Blick auf Agentursoftware und das noch ungenutzte Potenzial für mehr Brainpower halte ich für sehr spannend.

Die größte Herausforderung?

… war in den letzten zwei Jahren das Management der Coronakrise. Die Kürzung von Kommunikationsetats hat Agenturen – und damit unseren Kernmarkt – wirtschaftlich hart getroffen. Und wie viele andere Branchen mussten auch Agenturen ihre Kollaboration auf Remote Work umstellen, was bei Kreativ-Workflows eine besonders große Herausforderung ist.

Umso beeindruckender war es, wie vorwärtsgerichtet und lösungsorientiert die Agenturbranche reagiert hat, nämlich mit einem mutigen Digitalisierungsschub. Als Digitalisierungspartner waren wir mehr denn je gefordert, zu beraten und nicht zuletzt auch krisenkompatible, pragmatische Finanzierungslösungen anzubieten – beispielsweise mit unserem eigenen „Corona Care“-Förderprogramm.

Was mir beim Thema Herausforderungen noch einfällt, ist die Integration des elektronischen Rechnungsformats XRechnung in PROAD. Das war ein sehr komplexes Projekt für unser Entwicklungsteam, aber jetzt erfüllt PROAD auch die Anforderungen der Rechnungsstellung für öffentliche Auftraggeber.

Spaß macht besonders…

Jeder zufriedene Kunde! Und der persönliche Austausch mit unseren Nutzern beim jährlichen Kundentag – ich hoffe sehr, dass dieses liebgewonnene Event 2022 endlich wieder stattfinden kann.

Ihre Mitarbeiter/innen…

… sind eine tolle Truppe und ich bin sehr dankbar, wie unsere Mitarbeiter dazu beigetragen haben, die Herausforderungen der Corona-Krise zu wuppen. Wie viele unserer Kunden auch, sind wir aktuell dabei, für unser „New Normal“ als modernes Softwarehaus eine produktive hybride Arbeitskultur zu gestalten.

Beste technologische Entwicklung derzeit aus Ihrer Sicht?

Viele technologische Weiterentwicklungen sind Tunings unter der Haube und deshalb für unsere Nutzer nicht auf den ersten Blick sichtbar – für Performance, Cyber-Security und Kompatibilität aber enorm wichtig. Deshalb haben zentrale PROAD-Komponenten von der Datenbank über PHP bis hin zum Webserver Mitte 2021 wieder ein Update erhalten.

Grundsätzlich wichtig sind und bleiben alle Technologien, die ortsunabhängige Kollaboration und mobiles Arbeiten weiter verbessern. Außerdem wird das Thema KI für Agentursoftware an Relevanz gewinnen.

Zukunftsvisionen für PROAD?

Die Zukunft von PROAD orientiert sich an den Anforderungen unserer Kunden und ist deshalb eng mit der Zukunftsvision der Agenturbranche gekoppelt. Unter anderem erwarten unsere Kunden im Hinblick auf New Work eine hohe Flexibilität bei der Abbildung verschiedenster Agentur- und Arbeitsmodelle – Stichwort „Hybride Teams“. Und weil die Margen immer kleiner werden, ist auch eine kontinuierliche Optimierung der Ressourcenplanung, der Kosten- und Aufwandskalkulation und ein agiles Projektmanagement enorm wichtig. An diesen Features setzt unsere Roadmap an.

Auf Unternehmensebene haben wir die Vision, uns zu einem klimaneutralen, besser noch klimapositiven Softwarepartner weiterzuentwickeln. Die ersten Schritte haben wir bereits 2019 mit unserem Treedom-Jubiläumswald gemacht, seit 2021 pflanzen wir außerdem für jeden Neukunden Bäume in unserem Unternehmenswald. 2022 planen wir weitere Verbesserungen unseres ökologischen Fußabdrucks.

Tollstes Erlebnis mit PROAD?

In über 30 Jahren gab es viele tolle Erlebnisse, aber besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Pitch um unseren ersten Agentur-Großkunden. Es war kurz nach der Gründung, auf jeden Fall waren wir noch ein 3-Mann-Unternehmen in einem Mini-Büro. Mit der ersten Präsentation in Frankfurt am Main schafften wir es auf die Shortlist der letzten drei Anbieter und der Zuschlag für das 300.000-DM-Projekt war zum Greifen nah – wir mussten nur noch die Entscheider der Muttergesellschaft in London überzeugen.

Damals musste ich meine letzten privaten Geldreserven zusammenkratzen, um Flug und Hotel zu finanzieren. Aber es hat sich gelohnt, danach hatten wir unseren ersten richtig großen Auftrag in der Tasche!

Was macht PROAD besonders attraktiv?

Ich glaube, unser größter USP ist unsere Branchenerfahrung. Wir haben mit nahezu jeder Art und Größe von Agenturen gearbeitet und kennen jeden noch so individuellen Workflow, von Freelancern ebenso wie von internationalen Agentur-Networks, von Kreativagenturen über Internetagenturen bis hin zu Consulting-Agenturen.

Wir sind deshalb nicht nur Softwareanbieter, sondern Prozess- und Digitalisierungsberater. Wir übertragen nicht einfach bestehende Workflows in eine neue Umgebung, sondern wir bringen unser ganzes Know-how ein, um den einzelnen Prozess qualitativ besser, zeit- und kostensparender zu machen.

Ein Wunsch an Ihre Kunden:

Tragt an uns heran, was euch bewegt und welche Unterstützung ihr von einer Agentursoftware erwartet – wir freuen uns über einen intensiven Dialog. Übrigens nicht nur mit Kunden, sondern mit allen Branchenpartnern und Verbänden.

Ein letztes Wort…

In einem so agilen, dynamischen Umfeld wie dem unseren gibt es kein „letztes Wort“ 😉 Aber ich wünsche allen Agenturen Mut und Erfolg für die bereits begonnene Transformation der Branche!


Zum Eintrag von PROAD im Agentursoftware Guide


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