KBMpro: individuell gepackt - passt genau!Für Agenturen die mehr wollen. Troi Software. Kostenlos testen.KBMpro: individuell gepackt - passt genau!Daumen hoch für awork
Die beste Agentursoftware 2023 mit aktuellen News und vielen Informationen
 

Zum Earth Day: Cloud vs. On-Premise – eine Frage der Nachhaltigkeit?

Vor kurzem habe ich etwas gehört, was mich doch sehr erschreckt hat: Wäre das Internet ein Staat, wäre er an Platz 6 im Stromverbrauch aller Länder! Wow. Das ist heftig und eine Entwicklung von nur ca. 30 Jahren, die in den kommenden Jahren noch exponentiell weiter wachsen wird.

Grund genug, sich – auch anlässlich des Earth Day – einmal damit zu beschäftigen, welche Lösungen für das Klima eigentlich besser sind: Systeme, die in der Cloud „liegen“ und über die eigenen Computer lediglich genutzt werden oder Software, die auf dem eigenen Server installiert und darüber genutzt wird.

In einer QuizSendung im SWR wurde die Frage nach Nachhaltigkeit in Bezug auf Cloud-Lösungen recht klar beantwortet: Demzufolge sollten wir viel mehr stationär behalten. Oder gilt das nur für Endanwender/innen?

Welche Faktoren gilt es zu berücksichtigen?

Betrachten wir zunächst den Begriff der Nachhaltigkeit. Denn allzu häufig wird darunter nur der ökologische Aspekt verstanden. Laut Definition der UN geht es jedoch um den Gleichklang aus Wirtschaft, also Ökonomie, Umwelt, also Ökologie, und Sozialem. Und gerade mit Blick auf die letzten beiden Aspekte ist die Frage, ob unterm Strich (weltweit und langfristig) genug unternommen wird, „um die durch Cloud Service Provider CSP verursachten Umweltschäden“ auszugleichen?

Rechenzentren und CO2

Bei der Recherche nach den Stichworten Nachhaltigkeit, Cloud, OnPremise finden sich viele Ergebnisse, wonach es eindeutig erscheint, dass der CO2- Fußabdruck deutlich durch einen Umstieg auf Cloud-Lösungen gesenkt werden kann. Insofern scheint das Ergebnis nach der Frage „was ist nachhaltiger, Cloud oder OnPremise“ schnell klar. Aber mir sind solche Befunde häufig zu kurz gegriffen – wie auch beispielsweise beim empfohlenen Umstieg auf Elektroautos aus dem gleichen Grund. Denn andere Faktoren wie der Energie-Aufwand zur Gewinnung des Autostroms und der Akku-Produktion und deren spätere Entsorgung finden zu wenig Beachtung – ganz zu schweigen von den menschenwürdigen Bedingungen, unter denen das benötigte Lithium gewonnen wird. Laut einem Bericht experimentiert Microsoft mit einer Unterwasser-Rechenzentrumsanlage vor der Küste Schottlands, um seine Rechenzentren kühl zu halten, ohne große Mengen an Strom zu verbrauchen. An sich eine gute Idee.

Doch was bedeutet das für das Meer? Seine Erwärmung, seine Bewohner, das ökologische Gleichgewicht? Und: kann der gleiche Effekt nicht dadurch erreicht werden, dass Sie in Ihrer Agentur nur Strom (-Anbieter) aus erneuerbaren Energien einkaufen?

Der große Vorteil von Cloud und der entsprechenden Serverparks kann darin bestehen, dass durch die Bündelung von Technologie – hier Hard- und Software – eine sehr viel effizientere Nutzung von Energie erfolgen kann und dass in den großen Rechenzentren der Einsatz erneuerbarer Energien gerade von globalen Playern auf diesem Gebiet vorangetrieben wird. Die größten Anbieter wie Amazon, Google, Microsoft treiben Entwicklungen voran, die dafür sorgen sollen, dass in absehbarer Zeit nicht nur Co2-Neutralität erreicht werden kann, sondern sogar eine negative CO2-Bilanz.

Cloud-Nutzung – eine Frage des Vertrauens

In einem anderen Beitrag wird der Umstieg von selbst genutzten Büro- oder Privatservern auf die Cloud mit der Bildung von Fahrgemeinschaften verglichen. Ein sehr interessanter Aspekt. Allerdings stellt sich für mich die Frage, ob der Vergleich nicht an vielen Stellen hinkt:

Würden Sie tatsächlich mit dem Umstieg auf eine Cloud-Lösung, den oder sogar die eigenen Server tatsächlich abschalten? Oder würden Sie „sicherheitshalber“ noch einen eigenen Server betreiben. Als Backup für die Cloud…? Denn nur dann kann der Vergleich angewendet werden. Der Unterschied zur Fahrgemeinschaft liegt darin, dass das eigene Auto tatsächlich nur Emissionen erzeugt, wenn es benutzt wird. Der Server dagegen, der als Backup-System oder als Speicher für andere Dateien weiterhin genutzt wird, wird ja nicht stundenweise hochgefahren, sondern läuft einfach rund um die Uhr weiter. Ersparnis hier also keine. Das Argument habe ich auch in einem Beitrag von Entwickler.de gefunden: „Ein Server, der – zumindest zeitweise – nicht benötigt und daher abgeschaltet wird, ist besser als jeder noch so energieeffiziente, der ohne sinnvolle Aufgabe nur heiße Luft produziert.“ Für den Autor spricht dieses Argument allerdings für die Cloud – alles kann so oder so betrachtet werden.

Nachhaltigkeit ist auch eine Frage der Ressourcen

Andererseits, wenn Sie sich entscheiden, tatsächlich alles in die Cloud zu verlegen: Was passiert mit den alten Servern? Wie werden diese entsorgt? Wo landen die umweltbelastenden Bestandteile? Wenn also ein Umstieg, würde ich dafür plädieren, den vorzunehmen, wenn der oder die Server sowieso ausgetauscht werden müssten, weil sie nicht mehr eingesetzt werden können. Im oben bereits genannten Beitrag (Microsoft) heißt es: „Zusätzlich spricht die geringe Anfälligkeit des Rechenzentrums für den Unterwasserbetrieb: In so einer lichtlosen Röhre werden Server nur alle fünf Jahre ausgetauscht.“ Tauschen Sie Ihre Server alle fünf Jahre aus?

Ein anderes Gedankenspiel: Verlassen Mitarbeitende die Agentur oder den Homeoffice-Schreibtisch wird der Desktop-Computer und das Tablet (hoffentlich) ausgeschaltet. Wird sich nun in der Agentur darauf geeinigt, dass auch der Server (automatisch) in den Nachtstunden heruntergefahren wird, entsteht hier keine Emission. Anders in der Cloud, die rund um die Uhr läuft.

Die Wahl zwischen Pest und Cholera?

Ich bin keine Wissenschaftlerin und selbst unter diesen gibt es keine eindeutige Haltung… Lesen Sie diesen Beitrag also als Auflistung unterschiedlicher Aspekte und nicht als eindeutiges Votum für die eine oder andere Richtung.

Letzten Endes – so scheint mir – ist keine Antwort die ausschließlich richtige. Wie in so vielen Bereichen. Und auch wie an anderen Stellen, geht es in erster Linie darum, sich mit den Themen verantwortlich auseinanderzusetzen und dann, ja nach Beantwortung der obigen Fragen, die für sich oder das eigene Unternehmen passende Entscheidung zu treffen.

Lustig oder auch brisant: Während ich dies schreibe fällt mir ein, dass ich selbst meinen Server nachts durchlaufen lasse. Ich werde mich schnellstmöglich darum kümmern und ihn dann abschalten – versprochen!


Die weiteren Vor- und Nachteile einer Cloudlösung gegenüber einer Installation der Agentursoftware auf dem eigenen Server beschreiben übrigens die beiden Beiträge hier im Agentursoftware Guide.


© Beitragsbilder by RoadLight und Anncapictures from Pixabay


Diesen Beitrag teilen, drucken, merken:

One comment

  1. Pingback: easyJOB: Vorteile von SaaS und Self-Managed-Lösungen im Überblick - Agentursoftware Guide

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert