Das Problem
KI-Tools werden in Agenturen genutzt, täglich, von fast allen, für alles Mögliche. Häufig leider auch ohne groß nachzudenken, was da eigentlich in den Prompt eingegeben wird. Kundenbriefings, Projektzusammenfassungen, E-Mail-Entwürfe mit konkreten Kundennamen, manchmal auch Texte, die vertrauliche Strategiedaten enthalten. Das passiert nicht aus Leichtsinnigkeit, sondern weil es schlicht keinen Moment gibt, in dem jemand Halt ruft und fragt: Was darf hier eigentlich rein?

Genau diesen Moment schafft dieser Quick Win. Keine große KI-Strategie, keine mehrseitige Policy. Sondern eine einfache Daumenregel, die alle im Team sofort anwenden können.
Die Lösung: Die KI-Prompt-Ampel
Drei Kategorien, eine klare Entscheidung. Die Prompt-Ampel gibt Ihrer Agentur eine Struktur, mit der jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter im Alltag selbst einschätzen kann, was in ein KI-Tool gehört und was nicht.

Grün: Ohne Bedenken nutzbar. Allgemeine Texte ohne Kundenbezug, öffentlich verfügbare Informationen, interne Texte ohne personenbezogene Daten, Formulierungshilfen für generische Inhalte, Code-Überprüfungen ohne sensible Zugangsdaten. Hier kann die Consumer-Version des Tools ausreichen.

Gelb: Nur mit geprüftem Tool und anonymisiert. Kundenprojekte, bei denen Briefing-Inhalte genutzt werden, aber alle Namen, Produktdetails und strategisch vertraulichen Informationen vorher entfernt oder verfremdet wurden. Hier ist die Pro-Version des Tools Pflicht oder eine bewusste Anonymisierung des Inputs vor der Nutzung.

Rot: Nicht in KI-Tools eingeben. Vollständige Kundenbriefings mit vertraulichen Marktdaten, personenbezogene Daten von Kunden, Interessenten oder Dritten, Zugangsdaten und Passwörter, interne Personaldaten, Pitchinhalte und Preisstrategien, sowie alles, was durch eine Vertraulichkeitsvereinbarung geschützt ist.
Umsetzung in fünf Minuten
Drucken Sie die Ampel aus oder hängen Sie sie als einfaches Bild in den Team-Kanal. Besprechen Sie beim nächsten Team-Meeting kurz, was Rot, Gelb und Grün für Ihre Agentur konkret bedeutet und welche Tools bei Ihnen in welcher Version im Einsatz sind. Das war’s.
Die KI-Prompt-Ampel ersetzt keine vollständige KI-Nutzungsrichtlinie, aber sie gibt im Alltag die Orientierung, die dort fehlt, wo die meisten Datenschutzprobleme entstehen: im schnellen, unreflektierten Moment zwischen Deadline und Eingabetaste.
Invest & Return
| Zeit-Invest: 5 Minuten zum Erstellen, 10 Minuten Besprechung im Team. Effekt: Klare Alltagsorientierung für alle Mitarbeitenden, weniger unbewusstes Datenschutzrisiko beim KI-Einsatz, Grundlage für eine spätere vollständige KI-Nutzungsregel. Schwierigkeit: ⭐ (Sofort umsetzbar, keine technischen Vorkenntnisse nötig.) |
Fragen an Sie:
Wüsste jede und jeder in Ihrem Team im Zweifel spontan, ob das, was gerade im Prompt steht, dort auch hingehört? Gibt es bei Ihnen eine Unterscheidung zwischen erlaubten und nicht erlaubten KI-Tools für Kundenprojekte? Ist diese Unterscheidung allen bekannt?
Weiterführende interne Links
KI-Tools in der Agentur: Was beim Datenschutz wirklich zählt
Cyber-Angriffe auf Agenturen
Quick Win 12: Die IT-Notfallkarte
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier die häufig gestellten Fragen (FAQ) zur KI-Prompt-Ampel
Reicht die KI-Prompt-Ampel als KI-Regelung für unsere Agentur aus?
Als Einstieg ja, als Dauerlösung nein. Die Ampel gibt Ihrem Team sofort eine handhabbare Orientierung und verhindert die gröbsten Datenschutzrisiken im Alltag. Sie ersetzt aber keine vollständige KI-Nutzungsrichtlinie, die auch Fragen zur Toolauswahl, zu Auftragsverarbeitungsverträgen und zum Umgang mit KI-generierten Inhalten in Kundenprojekten regelt. Betrachten Sie die Ampel als ersten, schnell umsetzbaren Schritt, der den Boden bereitet für eine spätere, ausführlichere Regelung.
Was tun wir, wenn jemand unsicher ist, ob bei der KI-Prompt-Ampel etwas Gelb oder Rot ist?
Im Zweifel gilt Rot. Das ist die einfachste und sicherste Regel für alle Grenzfälle. Legen Sie außerdem fest, wen Mitarbeitende intern ansprechen können, wenn sie unsicher sind, sei es die Geschäftsführung, eine benannte KI-verantwortliche Person oder der externe Datenschutzbeauftragte. Wichtig ist, dass Nachfragen ausdrücklich erwünscht ist und nicht als Schwäche gilt. Ein kurzes Nachfragen ist immer besser als ein versehentlich falsch eingestufter Prompt.
Müssen wir die KI-Prompt-Ampel regelmäßig aktualisieren?
Ja, zumindest gelegentlich. KI-Tools entwickeln sich schnell, neue werden eingeführt, Nutzungsbedingungen ändern sich, und die eigene Toollandschaft in der Agentur verändert sich ebenfalls. Es reicht, die Ampel einmal im Jahr gemeinsam im Team kurz zu überprüfen: Sind die genannten Tools noch aktuell? Hat sich an den Datenschutzzusagen der Anbieter etwas geändert? Gibt es neue Kategorien, die in Gelb oder Rot gehören? Zehn Minuten im Jahresrückblick reichen dafür in der Regel aus.





